T-FPGA in der Virtual Box einrichten

T-FPGA in der Virtual Box einrichten

Hardware-Entwicklung ist faszinierend – aber sie bringt auch eine Eigenheit mit sich, die Software-Entwickler erst kennenlernen müssen: Treiber. Wer schon mal erlebt hat, dass ein USB-Tool die FTDI-Treiber auf dem ganzen System durcheinander gebracht hat, weiß, wovon hier die Rede ist. Eine virtuelle Maschine schafft Abhilfe.

Die Idee ist simpel: Die gesamte Entwicklungsumgebung für das T-FPGA Board lebt in einer sauberen VirtualBox-Maschine mit Windows 11 – isoliert vom Rest des Systems. Was in der VM passiert, bleibt in der VM. Der Hauptrechner bleibt aufgeräumt, und ein Zadig-Malheur zieht keine unerwünschten Konsequenzen nach sich.

Natürlich können alle Schritte auch direkt auf einem normalen Windows-Rechner durchgeführt werden – das Vorgehen ist identisch.


Was wird installiert?

Das T-FPGA Board vereint zwei Welten auf einer Platine: ein GoWin FPGA und einen Espressif ESP32-S3 Mikrocontroller. Beide wollen entwickelt werden – und beide brauchen ihre eigene Toolchain. Die Installation erfolgt in einer festgelegten Reihenfolge. Bitte noch keine Programme starten, bevor nicht alle Schritte abgeschlossen sind.

Folgende Schritte sind notwendig:

  1. Notwendige Basistools – Git, Python, PuTTY und eine praktische Git-GUI
  2. GoWin EDA und GMD – die Entwicklungsumgebung für das FPGA
  3. Espressif IDF – die Kommandozeilenwerkzeuge für den ESP32
  4. Espressif IDE – eine komfortable Eclipse-basierte IDE für den ESP32
  5. Arduino for ESP32 – eine einfache Alternative für schnelle Experimente
  6. Entwicklungsverzeichnisse anlegen – die Repositories klonen
  7. Test der Installationen – prüfen, ob alles funktioniert
  8. Doxygen und Graphviz – automatische Dokumentation aus dem Quellcode erzeugen

Warum dieser Aufwand?

Es mag auf den ersten Blick nach viel aussehen. Aber jedes dieser Tools hat seinen klar umrissenen Zweck – und nach der Installation läuft die Entwicklung flüssig. FPGA-Bitstream erzeugen, auf das Board laden, ESP32-Firmware schreiben und debuggen: All das ist danach mit wenigen Klicks erledigt.

Wer die Schritte einmal durchgegangen ist, hat eine vollständige, professionelle Entwicklungsumgebung – und ein gutes Gefühl dafür, welches Tool wofür zuständig ist. Das zahlt sich beim tatsächlichen Entwickeln schnell aus.

Also: Los geht's mit den Basistools.